Krankheiten
wöchentliche Checkliste

Im laufe der Zeit wird diese Liste sehr umfangreich werden.
wichtig ist: sie ersetzt keinen Tierarzt (TA)!
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Dana für die Hilfe!

[Aufbaubrei]
[Bindehautentzündung]
[Blasenprobleme]
[Durchfall]
[Eierstockzysten]
[Erkältung]
[Fußballengeschwür]
[Haarlinge - Fellparasiten]
[Hitzschlag]
[Hornhautentzündung]
[Krallenschneiden]
[Lippengrind]
[Meerschweinchenlähme]
[Milben - Fellparasiten]
[Ohrenentzündung]
[Osteodystrophie]
[Rollied]
[Perinealtasche]
[Satinkrankheit]
[Trächtigkeitstoxikose]
[Zahnprobleme]



Info über Aufbau und Struktur
  • als erster Punkt steht immer das Problem/ die Krankheit

  • als zweiter steht dann das Erkennungsmerkmal

  • an dritter Stelle steht die "Behandlungsmethode"/ Tipps zum Umgang

  • Aufbaubrei
  • Aufbaubrei wird immer dann benötigt wenn ein Schweinchen
    (aus welchem Grund auch immer) zugefüttert werden muß.

  • Die Zugabe dieses Breies ist erforderlich wenn ein Baby nicht mehr an die Mutter zum säugen geht oder auch wenn ein Schweinchen aufgrund einer Krankheit stark abgenommen hat. Er kann auch einer Mutter mit vielen Jungen zum zufüttern genommen werden (in kleineren Mengen).

  • Die Menge ist Variabel. Bei erwachsenen Schweinchen liegt diese bei ca. 2-3 ml alle Stunde (mehr passt meist nicht in den Magen).
    Bei Baby's muß alle 2 Stunden ca. 2ml gegeben werden - Tag und Nacht!
    Ab den 3-4 Lebenstag kann die Nachfütterung eingestellt werden.
    Nach der Fütterung muß der Bauch leicht Massiert werden - bis es knödelt.

    Nun zum Rezept: Jeder hat sein eigenes Rezept und schwört aufgrund seiner Erfahrung auch darauf. Auf vielen Homepages sind die verschiedensten Rezepte zu finden.
    Hier ist nun unseres:
    2cm Nutri-Cal (gibts beim TA), ein paar frische (in wenig Wasser gelöste) Knödel von gesunden Schweinchen, Vitamin C, sowie eine Baby-Heilnahrung (z.B.: H25 von Milupa). Das Ganze gut vermischt in kleinen 1ml Spritzen verwenden.
    Parallel sollte noch Bird Bene Bac (siehe Durchfall) zugegeben werden.
    Beim Füttern ist drauf zu achten nicht von vorne (Schneidezähne) die Spritze in den Mund stecken, sondern an den Seitentaschen. Wenn die Tiefe richtig ist fangen die meisten Schweinchen an zu "nuckeln".

    Natürlich sollte hier auch der TA aufgesucht werden um die Ursache des Gewichtsverlustes festzustellen.


  • Blasenprobleme/ -Steine
  • Bei Meerschweinchen können Blasenerkrankungen bis hin zu Blasensteinen auftreten. Dieses kann auch durch Zugluft kommen

  • Man erkennt es daran, dass das Schweinchen kein Urin mehr ablässt oder deutlich sichtbare Schmerzen dabei hat. Der Urin kann dabei blutig sein.

  • Sofort zum Tierarzt fahren. I.d.R. verabreicht dieser dem Schweinchen dann "Sulfonamide". Sollte innerhalb von 24 Stunden keine Besserung eintreten, muss das Schweinchen auf Blasensteine untersucht werden.

  • Durchfall
  • Durchfall bekommen die Schweinchen durch Bakterien die übers Futter kommen oder auch durch übermäßig (ungewohnt) viel Grünfutter.

  • Durchfall erkennt man sehr schnell am schmierigen oder flüssigem Kot, sowie an der verklebten/ schmutzigen Afteröffnung.

  • Er muß schnell behandelt werden. Da die Schweinchen sehr schnell an Gewicht verlieren. Es sollte nur noch mit Heu und Wasser ernährt werden. Auch die Eingabe von "Bird Bene Bac" (gibts beim TA) ist sehr ratsam! Zusätzlich kann man ins Trinkwasser etwas Sauerkraut-/ Annanassaft hinzugeben. Dort sind nützliche Enzyme drin. Bei zu hohem Gewichtsverlust ist eine Zwangsfütterung mit "Aufbaubrei" erforderlich. Sollte der Durchfall nach 3 Tagen weiter anhalten ist spätestends dann der TA aufzusuchen.

  • Eierstockzysten
  • Eierstockzysten entstehen oft durch Hormonstörungen.

  • Erkennbar sind sie an einer Verdickung des Körpers sowie am Haarausfall an den Flanken des Schweinchens. Sie treten meist im Alter von 2-4 Jahren auf.

  • Der Tierarzt muß eine Hormonelle Behandlung und/oder eine Operation durchführen. Auch eine Vorbeugung durch Haltung mit einem Bock (z.B. mit einem Kastraten) ist hilfreich.

  • Erkältung
  • Meerschweinchen mit Mangelerscheinungen, z.b durch ein geschwächtes Immunsystem neigen oft zur einer Erkältung. Auch ein falscher Käfigstandort (Zugluft, zu feucht oder zu kalt) kann der Auslöser sein.

  • Das Schweinchen niest oft. Auch "Röchelgeräusche" beim atmen sind oftmals deutlich zu höhren.

  • Gegen den Schnupfen hilft meist eine "Santalina-Kur" (Santalina gibt es als Tropfen in gut sortierten Futtergeschäften). Die Behandlungsdauer ist auf der Verpackung angegeben. Gegen das "Röcheln" nehmen wir "Sinupret" für Kinder (Dragees). Sinupret gibt es in der Apotheke. Wir geben einen Dragee zerkleinert auf einem Stück Gurke dem Schweinchen direkt. Zusätzlich kann man dem Schweinchen auch Rotlicht anbieten. Es sollte aber die Möglichkeit haben freiwillig in den Rotlichbereich zu gehen.

  • Fußballengeschwür
  • Geschwüre an den Fußballen treten oft bei übergewichtigen Tieren deren Stall nicht gut gereinigt wird auf. Aber auch Verletzungen an den Füßen begünstigen die Geschwürbildung.

  • Man erkennt sie an den stark geröteten Fußballen bzw. auch wenn das Tier humpelt oder die Füße immer wieder offensichtlich entlastet.

  • Die Heilung ist sehr schwer und bedarf einen ausdauernden Pfleger. Die Fußballen müßen immer wieder mit Wundsalbe eingesalbt und verbunden werden.

  • Haarlinge - Fellparasiten
  • Haarlinge kommen meistens mit dem Futter/ Heu in den Stall.
    Diese Parasiten sind recht ungefährlich.

  • Das Schweinchen kratzt sich vermehrt. Haarlinge kann man mit dem blosen Auge erkennen. Es sind kleine Weiß/Gelbe Würmchen. Diese sind meist im Rückenbereich im Fell zu finden. Da sie dicht an den Haarwurzeln leben sollte man das Schweinchen gegen den Strich streicheln und schon genau hinschauen.

  • Als Behandlung kann man "Exner Petguard" nutzen. Auch sollte das Schweinchen nach aufgekratzen Wunden durchsucht werden. Diese Wunden können mit einer Wundsalbe behandelt werden. Sollten die Haarlinge nach der angegebenen Behandlungszeit nicht verschwunden sein muß der TA aufgesucht werden.

  • Hitzschlag
  • Meerschweinchen sind sehr hitzeempfindliche Tiere, da sie selber nicht schwitzen können. Bei Temperaturen über 20 Grad Celsius und ohne eine Schatten bietende Möglichkeit können Meerschweinchen sehr schnell überhitzen (es kann sogar zu einem Hitzschlag kommen).

  • Symptome für einen Hitzschlag könnten sein: das Schweinchen legt sich hin und zittert stark, es wirkt apatisch . Die Atmung ist sehr schnell und flach.

  • Das Tier abkühlen (Schatten, mit kalten Handtüchern umgeben) und sofort zum TA.

  • Hornhaut- /Bindehautentzündung
  • Die Hornhaut der Schweinchen ist sehr empfindlich. Schnell bekommt eines mal einen Heuhalm oder beim rumtoben etwas anderes ins Auge.

  • Verletzungen am Auge sind leicht zu erkennten. Das Auge wird meist zugekniffen und tränt stark. Eine milchige Trübung deutet auch auf Augenverletzungen hin.

  • Hier hilft nur der Weg zum TA. Dieser gibt dann Salbe und/ oder Tropfen. Das Problem ist in der Regel schnell ausgestanden.

  • Krallenschneiden
  • Wie bei Menschen müßen auch bei Schweinchen die Nägel (Krallen) geschnitten werden. Diese sollten regelmäßig kontrolliert werden ob sie nicht zu lang sind.

  • Wenn die Krallen nicht regelmäßig geschnitten werden wachsen sie immer weiter wie Korkenzieher. Auch Dreck wächst dann mit ein.

  • Krallen können mit einer Krallenschere selbst geschnitten werden. Zu schneiden ist bis kurz vor den durchbluteten Teil. Bei hellen Krallen sehr einfach zu sehen - bei dunklen deutlich schwerer. Abhilfe schafft hier ein Taschenlampe. Sollte versehentlich etwas zu tief geschnitten werden und es blutet so kann hier mit einem Sprühpflaster geholfen werden.

  • Lippengrind
  • Lippengrind taucht meist bei Schweinchen mit Vitamin C Mangel auf.

  • Ersichtlich ist Lippengrind am Schorf und an Entzündungen im Lippenbereich. Oft ist es auch nur in den Mundwinkeln zu erkennen. Das Schweinchen verhält sich normal.

  • Am wichtigsten ist es die Vitaminzufuhr des Schweinchens zu erhöhen (mittels Zugabe von Ascorbinsäure [Vitamin C]). Dazu viel Frischfutter.
    Bei starken Verkrustungen ist der TA aufzusuchen um diese mit Salbe zu behandeln.

  • Meerschweinchenlähme
  • Meerschweinchenlähme ist eine durch Viren hervorgerufene Infektionskrankheit, wobei die Viren eine Gehirn- oder Rückenmarksentzündung verursachen.
    Die Inkubationzeit beträgt ca. 9 - 23 Tage.

  • Das Meerschweinchen verweigert die Nahrungsausnahme und sitzt vermehrt mit gesträubten Fell im Gehege. Wenn das Meerschweinchen dann anfängt zu laufen, so zieht es meist eins der Hinterbeinchen hinter sich her. Die Lähmung fangt an den Hinterbeinchen an, und breitet sich dann langsam zum Vorderteil des Körpers aus.

  • Leider existiert bisher leider kein Impfstoff.

  • Milben - Fellparasiten
  • Milben sind kleine Spinnentiere. Es gibt verschiedene Arten von ihr die auch verschiedene Behandlungsmethoden benötigen. Milben schleppt man sich oft übers Futter/ Heu ein.

  • Milben sind sehr klein und nur schwer mit blosem Auge zu erkennen. Ein erkranktes Schweinchen kratzt und beisst sich viel. Es bekommt dadurch kahle Stellen und/ oder auch offene (und verkrustete) Wunden.

  • Pelzmilben:eine Behandlung wie bei den Haarlingen kann durchgeführt werden.
  • Grabmilben:(Räudemilben) diese graben sich in die Haut ein. Es entstehen offene Wunden sowie dicke schorfige Krusten.
    Bei der letzteren Milbenart ist eine Behandlung durch den Tierarzt unumgänglich. Dieser spritzt meist "Ivomec". Die Behandlung beläuft sich auf 3Wochen a 1 Spritze.
    Ivomec gibt es auch als Tropfenform welche auf die Haut (meist hinter das Ohr) geträufelt wird.

  • Ohrenentzündung
  • Die Ohren sind ein empfindliches Angriffsziel für Parasiten, Pilze und Bakterien.

  • Kratz sich das Schweinchen vermehrt am Ohr ist es Zeit mal "reinzusehen".
    Ist das Ohrinnere gerötet, geschwollen und verkrustet könnte es
    sich um eine Entzündung handeln.

  • Es sollte der Tierarzt besucht werden.
    Auf keinem Fall selbst mit Wattestäbchen ins Ohr gehen!

  • Rollied
  • Beim Rolllied stülpen sich die Augenlieder nach innen. Die Augenwimpern scheuern somit auf dem Augapfel und verursachen eine mechanische Reizung des Auges.

  • Die gereizte Hornhaut des Auges ist milchig/ bläulich eingetrübt. Das Augenlied
    (oben oder unten) reicht direkt ins Auge (keine erkennbare Abgrenzung zum Auge)

  • Es muß mehrmals täglich eine Salbe ins Auge gegeben werden. Auch sollte das gerollte Lied "ausgerollt" werden um das Auge zu beruhigen. Dieses Erbleiden tritt in den ersten Lebenstagen auf, verschwindet bei manchen Babys sehr schnell wieder, bei anderen kann es 7 - 10 Tage dauern. Bei älteren Tieren kann es operativ korrigiert werden.

  • Perinealtasche
  • Beim Pinkeln und beim Markieren drücken die Meerschweinchenböcke ihr Hinterteil in das Einstreu, so dass kleine Heu- oder Einstreuteile in den Perinealtaschen angesammelt wird. Die schmierige Masse stinkt sehr stark.

  • Das reinigen ist recht einfach. Man nimmt das Schweinchen auf den Schoß und dreht es auf den Rücken. Mittels Ohrenstäbchen und Babyöl muß man nun die Perinealtasche (diese befindet sich zwischen After und Penis) "ausräumen".

  • Wird hier nicht regelmäßig (monatlich) kontrolliert und ggf. saubergemacht kann es zu Verstopfungen und/oder Entzündungen kommen. Bei Kastrierten Schweinchen ist das säubern nicht mehr so oft nötig.

  • Satinkrankheit/ Osteodystrophie
  • Osteodystrophie ist eine Stoffwechselkrankheit bei der den Knochen das Calcium entzogen und durch Bindegewebe ersetzt wird. Die Krankheit ist bisher nur bei Satinmeerschweinchen bekannt. Das heist aber nicht das alle davon betroffen sind.

  • Die Krankheit tritt im Alter von 1-2 Jahren auf. Das Meerschweinchen hat Probleme beim laufen, es zieht die Hinterbeine nach. Es macht auffällig oft Ruhepausen bei der die Hinterbeine entlastet werden.

  • Das Schweinchen muß beim Tierarzt geröngt werden. Am Schädel und an den Oberschenkelknochen sind dann Veränderungen deutlich zu sehen. Auch sollte der TA auf diese Krankheit hingewiesen werden. Die Krankheit ist nicht Heilbar und das Schweinchen sollte schnell erlöst werden, da es sonst Qualvoll endet.

  • Merkblatt des MFD (PDF)

  • Trächtigkeitstoxikose
  • Diese Toxikose ist eine Stoffwechselerkrankung und tritt bei trächtigen Meerschweinchen auf. Der Tod tritt innerhalb von 1-4 Tagen ein.

  • Anzeichen dieser heimtückischen Krankheit sind ein gesträubtes Fell und Appetitlosigkeit.

  • In den meisten Fällen hilft der Gang zum Tierarzt leider auch nicht mehr. Eine Therapie mit Glucose und Calcium ist meistens erfolglos, da der Körper diese Stoffe meist nicht mehr aufnimmt.

  • Zahnprobleme
  • Die Zähne der Meerschweinchen wachsen ein Leben lang. Treffen die Zähne nicht richtig aufeinander kommt es zu Problemen. Auch Brückenbildung zwischen den Backenzähnen sind nicht unbekannt. Es gibt auch Probleme wenn die Schweinchen keine Möglichkeit haben ihre Zähne abzunutzen (durch Zweige oder hartes Brot).

  • Zahnprobleme erkennt man oft daran das das Schweinchen nicht mehr richtig frißt, es sabbert oder das Fressen "anders frisst" (dabei Verrenkungen macht oder das Fressen aus dem Mund fällt).

  • Die Vorderzähne sind leicht zu kontrollieren und ggf. vom Tierarzt auch leicht zu beschneiden. Bei den Backenzähnen muß sowieso der TA hinzugezogen werden.

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